
Stromanbieterwechsel: „Sinn oder Unsinn“
Ausfüllen unterschreiben, wegschicken. So einfach soll der Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter sein.
Doch die Wahrheit sieht ein wenig anders aus. Denn ein Wechsel ist meist komplizierter. Es kommt auf den Verbrauch an.
Wenn Sie…
• über Solarenergie, Erdwärme usw. Energie sparen
• Ihre Beleuchtung komplett auf Energiesparlampen umgerüstet haben
• alle Standbygeräte immer vom Strom trennen
• und grundsätzlich unnütze Verbraucher vom Netz nehmen
…dann kommen Sie evtl. auf einen Jahresverbrauch, der so niedrig ist, dass
Sie entweder bei ihrem "Wunschanbieter" abgewiesen werden, weil sie einfach
zu sparsam sind, oder in einen Tarif rutschen, der im Grundpreis und in der
Endsumme teurer ist, als ihr Bestehender.
Energiekosten einsparen fängt zu Hause an und nicht beim Anbieter.
Tipps:
* Verbraucher die oft zusammen agieren wie z.b. Fernseher, Receiver,
* Musikanlage, aktive Lautsprechersysteme usw. können per „fernbedienbare
Streckdosen“ oder „Steckdosen mit Schalter“ ein- und ausgeschaltet werden,
ohne jedes Mal hinter den Schrank kriechen zu müssen. So spart man die nicht
zu verachtenden Standbykosten.
* Kochwasser erst salzen wenn es wirklich am Kochen ist. Salz verlagert den
Siedepunkt des Wassers nach oben und man braucht mehr Energie. Der
Wasserkocher spart zusätzlich Strom und Zeit.
* Vorausschauendes Kochen: Schalten Sie die Herdplatte rechzeitig aus. Wenn
man z.b. die Kochzeit von Kartoffeln halbiert, garen diese abgegossen im
geschlossenen Topf trotzdem fertig.
* Ein Wechsel aller Leuchtmittel zu Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen)
kann eine Ersparnis von bis zu 80% Strom bedeuten. Gleichzeitig ist die Lichtausbeute
gegenüber Glühlampen (15 lm/W), bei Energiesparlampen (60lm/W) weitaus höher,
genauso wie die bis zu 6mal längere Lebensdauer. Kaufen sie aber nicht günstig.
Heizenergie: Beispiel (Gas)
Wir heizen, als Beispiel, mit einer Gastherme, die auch für das Erhitzen des Warmwassers
zuständig ist. Viele Verbraucher beherzigen den Tipp des Energieversorgers die Therme
über Nacht eingeschaltet zu lassen, um einem „Auskühlen der Wohnung“ vorzubeugen.
Meines Erachtens ist der Energieaufwand weitaus höher, die Wohnung über die ganze Nacht
auf einem Temperaturlevel zu halten.
Wer den ganzen Tag nicht zu Hause ist und erst am Nachmittag/Abend wieder die Wohnung
betritt, tut gut daran die Heizung den ganzen tag auszuschalten.
Wozu die Nacht und den ganzen Tag für "Niemanden" (außer dem Nachbarn und dem Anbieter)
Energie verschwenden.
Tipp:
* Es hat sich, bei uns, bewährt, dass Heizungswasser in der Therme auf höchster Stufe vor-, bzw. anzuheizen (ca.20Min./60m²)und dann auf eine minimale Stufe zu stellen. So braucht der Kreislauf nicht Stunden um auf "Solltemperatur" zu kommen, da das Heizwasser ja immer in Bewegung ist und Energie verliert.
* Restwärme nutzen: Bei uns wird die Therme spätestens um 20:30 Uhr ausgeschaltet. Die Restwärme reicht in der Regel aus die Wohnung angenehm warm zu halten bis man ins Bett geht.
* Am Anfang ruhig alle Räume durchheizen: Während der Anheizphase kann man ruhig alle Türen zu ungenutzten Nebenräumen geöffnet lassen. Durch dieses „Durchheizen“ strömt keine kalte Luft aus ungenutzten Räumen nach und kühlt die bis dahin erreichte Temperatur der "Nutzräume" herunter. Danach können Türen zu ungenutzten Räumen geschlossen werden.*
Wichtig:
Diese Tipps funktionieren am besten bei kleinen bis mittelgroßen Wohnungen mit ausreichender
Wärmedämmung und nur in einem bestimmten Zeitraum (nach der Arbeit ab 16:00 Uhr bis
spätestens 0:00 Uhr). Bei einer Ganztagesnutzung relativiert sich die Ersparnis.
Wir beherzigen diese Punkte schon seit einigen Jahren und konnten so den Energieverbrauch
und somit die Kosten kontrollieren und minimieren. Im letzten Jahr sind die Energiekosten
dramatisch angestiegen, was uns dazu animiert hat, diese Regeln noch "bewusster zu Leben".
Dies sparte soviel Energie ein, dass sogar ein Überschuss bei den Abschlagszahlungen entstand.
Die Maßnahmen schränken einen „vernünftigen, bewussten Lebensstil“ in keinster Weise ein und schonen die Umwelt und den Geldbeutel.
Für Stromsparfüchse ist ein Wechsel aber somit unmöglich bis unsinnig.
Nicht jeder kann Strom in dieser Weise einsparen. Familien mit Kleinkindern und/oder Nachwuchs
können diese Spartipps, gerade bei den Heizkosten, wenig nutzen und sollten über einen
Anbieterwechsel nachdenken.
Energiekostenrechner für Einzelgeräte
Strom- und Gasanbieter im Vergleich